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Mogelpackung Elementarpädagogik-Milliarde: ÖGB macht mit Aktion auf Missstände aufmerksam

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Beschäftigte wollen sich nicht für dumm verkaufen lassen – Gefordert werden mehr Personal und endlich Corona-Schutzmaßnahmen

Wien (OTS) – Seit Monaten machen ÖGB und Gewerkschaften auf die untragbaren Zustände in elementarpädagogischen Einrichtungen aufmerksam. Die dieser Tage im Nationalrat beschlossene 15a-Vereinbarung zwischen Bund und Ländern würden Spielraum für Verbesserungen bieten, der wurde aber nicht genutzt. Eine Milliarde Euro wird zwar zugesagt, aber nicht auf einmal, sondern verteilt auf fünf Jahre investiert. Somit wurde die Chance vertan, rasch dringend notwendige Schritte für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu setzen und den Kindergarten als erste, wichtige Bildungseinrichtung und Motor für Bildungschancen zu etablieren.

Um auf die Missstände aufmerksam zu machen, versammelten sich VertreterInnen der Gewerkschaften younion _ Die Daseinsgewerkschaft, vida und GPA am Josefsplatz und präsentierten die Mogelpackung Elementarpädagogik-Milliarde. „Die beschlossene Milliarde Euro ist in Wirklichkeit ein populistischer Rechentrick! Es ist keine gute Idee, die Beschäftigten in der Elementarpädagogik für dumm zu verkaufen! Die Bundesregierung hat von einer ‚Kindergarten-Milliarde‘ geredet – und die wollen wir auch haben!”, kritisiert Judith Hintermeier, selbst Pädagogin und Bundesfrauenreferentin in der younion _ Die Daseinsgewerkschaft.

Mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen

Eine Milliarde Euro auf fünf Jahre zu verteilen, bringt zu wenig Verbesserungen – sowohl für Beschäftigte als auch Familien. Um die Situation für die Elementarpädagogik wesentlich zu ändern, benötigt es eine Milliarde Euro mehr pro Jahr, einen Rechtsanspruch auf einen Kinderbildungsplatz ab dem 1. Geburtstag und ein einheitliches Rahmengesetz. „Die finanziellen Mittel für Kindergärten müssen auch eine spürbare Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten bringen. Es braucht kleinere Gruppen und mehr Personal, das gleichzeitig anwesend sein kann. Ein weiter so wie bisher ist den Betroffenen nicht länger zumutbar”, so Karin Samer, Betriebsratsvorsitzende der Wiener Kinderfreunde (Gewerkschaft GPA).

Unterstützungspersonal und Sicherheitskonzepte

In den elementaren Bildungseinrichtungen fehlen außerdem Corona-Schutzmaßnahmen, AK und ÖGB fordern diese seit Monaten ein. „Die Sicherheit unserer Kinder muss an vorderster Stelle stehen. Der Bund ist aufgefordert, hier endlich ein Konzept vorausschauend auf den Herbst vorzulegen“, sagt Kira Höfenstock, zuständige Sekretärin der vida Wien. „Es braucht außerdem zusätzliche AssistentInnen zur Abfederung der Mehrbelastungen durch Corona. Die Kosten dafür sollen vom Bund übernommen werden”, fordert Höfenstock abschließend.

Österreichischer Gewerkschaftsbund
Tanja Holz
Tel.: +43 664 780 098 13
[email protected]

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